SWR2 - Jazzprogramm Februar 2018
18.01.2018 10:04 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
Februar 2018
Donnerstag, 1. Februar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOW Jazz : „Man, I'm just trying to sing“
Ein Portrait des Trompeters Ambrose Akinmusire
Von Odilo Clausnitzer
Sein Ideal sei es, auf der Trompete zu singen, sagt Ambrose Akinmusire. Der 35jährige Musiker aus Oakland gehört zu den markantesten Trompetenstimmen des jüngeren amerikanischen Jazz – sein Ton: warm glühend und gleichsam schwerelos. 2007 gewann er die renommierte „Thelonious Monk Competition“; seitdem wurde er mit Lob und Auszeichnungen überhäuft. Mehrfach wurde er in Umfragen zum besten Instrumentalisten seines Fachs gewählt. Aber Akinmusire sagt auch: „Die Trompete interessiert mich nicht.“ Sein Ziel sei es, eine starke Ensemblemusik zu machen, die vor allem kompositorisch seine Handschrift trägt. Er realisiert sie unter anderem mit seiner langjährigen Working Band, mit der er jüngst ein aufregendes Live-Doppelalbum vorgelegt hat. Statt sich einem einzelnen Stilidiom zu verschreiben, deckt die Musik darauf ein Spektrum von Postbop über wilde Ausbrüche bis zu pointillistisch-abstrakten Klangstücken ab. In dieser Sendung gibt Akinmusire Auskunft darüber, was ihn musikalisch umtreibt.
Freitag, 2. Februar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Triumph aus dem Sumpf
Aktuelle Musik zum 300. Geburtstag von New Orleans
Von Franziska Buhre
Es gibt die Vereinigten Staaten und es gibt New Orleans. Die stolze Stadt am Mississippi River vereint so diverse kulturelle Einflüsse, dass sie den einen als uramerikanische Metropole, den anderen als unamerikanisch gilt. Nach den verheerenden Überschwemmungen infolge des Hurrikan Katrina im Jahr 2005 hat sich die Musikszene in New Orleans zu neuen Höhen aufgeschwungen. Ein Vulkangestein gibt der Band Tephra ihren Namen und ihren hochenergetischen Klang, bei Donald Harrison treffen Bläser und Perkussion auf Streicher, sein Neffe Christian Scott aTunde Adjuah bricht sich auf der Trompete Bahn, Soul und Traditional Jazz bringen neue Bands hervor. New Orleans reicht auch bis Abu Dhabi – dort landete ein Synthesizer, der vom Wetter gespielt wird, für eine Aufnahme mit Rahmentrommeln und Electric Oud.
Samstag, 3. Februar, 9.05 – 10.00 Uhr
Musikstunde: Jazz Across The Border
Von Günther Huesmann
Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language“ geworden. „Jazz Across The Border" hört auf unterhaltsam-informative Weise hin: Wie verändern Musikerinnen und Musiker aus Südamerika, Afrika und Asien die improvisierte Musik von heute? Welche Antworten geben sie auf die Frage nach einer Musik, in der jeder improvisierende Spieler eingeladen ist, seinen eigenen Sound zu entwickeln, mit seinen ganz eigenen musikalischen Sichtweisen, Statements und kulturellen Färbungen?
Samstag, 3. Februar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Muschelhorn, Bambusrohr & Leichtmetall
Vielfältige Flötensounds
Von Thomas Loewner
Flöten hatten es lange Zeit schwer im Jazz. Von Natur aus in ihren dynamischen Möglichkeiten sehr eingeschränkt, gelang es Flötisten erst gegen Ende der 1940er Jahre, sich verstärkt in der Szene zu etablieren. Technische Errungenschaften im Bereich der Mikrofon-, Verstärker- und Lautsprechertechnik sorgten schließlich dafür, dass die Anzahl von Jazzflötisten kontinuierlich zunahm. 1956 reagierte die amerikanische Jazzzeitschrift Down Beat darauf, indem sie in ihrem jährlichen Reader’s Poll eine eigene Kategorie für die Flöte eröffnete. Beschränkten sich Jazzflötisten zunächst vorwiegend auf die Querflöte, sorgten Musiker wie Yusef Lateef oder Rahsaan Roland Kirk dafür, auch andere Instrumente dieser enorm vielfältigen Gattung bekannt zu machen. Ihre Pionierarbeit zeigt bis heute Wirkung: Immer wieder sorgen Flötisten mit selten gespielten, zum Teil sogar selbst konstruierten Instrumenten für klangliche Abwechslung im Jazz.
Dienstag, 6. Februar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Homezone
Jazz aus Südwest
Von Julia Neupert

Kondo / Leigh / Brötzmann in der Manufaktur Schorndorf, Sept 2017 (www.jazzfotografie.de)
Die monatliche Sendereihe „Homezone“ führt regelmäßig an die vielen verschiedenen Orte, an denen der Jazz im Südwesten zu Hause ist. Neben Konzertaufnahmen aus unserem Archiv und aktuellen Studioproduktionen gibt es immer auch einen thematischen Schwerpunkt. In dieser „Homezone“-Ausgabe geht es nach Schorndorf. Dort feiert in diesen Tagen der Club Manufaktur – seit vielen Jahren auch eine zuverlässige Adresse für exquisite Jazzkonzerte – seinen 50. Geburtstag.
Donnerstag, 8. Februar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Magazin
Von Günther Huesmann
Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer Alben.
Freitag, 9. Februar, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update
Sonic Wilderness
Von Ulrich Kriest
Diese Reihe auf dem freitäglichen NOWJazz Update Sendeplatz führt in abenteuerliche Zwischenwelten des Jazz. Ob Improv, Electronica, Klangkunst, Noise oder Rock - für die atmosphärischen Mixes gibt es nur eine Regel: Die Lust am musikalischen Abenteuer muss hörbar sein.
Samstag, 10. Februar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Beseelte Botschaften
Der Schlagzeuger Art Blakey und seine Jazz Messengers
Von Bert Noglik
Er war der Motor der Band, die über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten Jazzgeschichte mitgeschrieben hat: der Schlagzeuger Art Blakey. Die Anfänge reichen bis in die die 1940er Jahre zurück. 1954 begann sich der Prototyp der Band herauszukristallisieren – zunächst unter dem Namen von Horace Silver, wenig später unter dem von Art Blakey. In neuer Formation erlebten „Art Blakey and the Jazz Messengers“ 1958 den ersten Höhenflug. „Moanin“, das Titelstück des Albums, gilt seither als Hymne des Hardbop. Die Band verstand es, die nervöse Sprache des Bebop neu zu erden und sich mit der Intensivierung der afroamerikanischen Tradition zugleich als Alternative zu Cool Jazz und West Coast zu positionieren. Verwurzelt in Blues, Worksongs, Gospels und Soul entstand eine mitreißende Musik, die treffend als „funky“ und „groovy“ beschrieben wurde. Die Band, in der Dutzende aufstrebender Musiker prägende Erfahrungen sammelten, galt zudem als eine der bedeutendsten Kaderschmieden des modernen Jazz.
Dienstag, 13. Februar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Dics
Mardi Gras – Just Walkin‘ To New Orleans
Von Gerd Filtgen
Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in der Reihe „My Favorite Discs“ regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Legendäre Klassiker oder weniger bekannte Favoriten – warum gerade ein bestimmtes Album sie so beeindruckt hat, erklären sie in dieser Sendung.
Donnerstag, 15. Februar, 23.03 – 23.00 Uhr
NOWJazz: Bis ans Limit
Ein Portrait des Gitarristen und Banjo-Spielers Brandon Seabrook
Von Ssirus W. Pakzad
Was er tut, ist so kompromisslos, konsequent, eigenständig und virtuos, dass das Magazin „Village Voice“ den Amerikaner Brandon Seabrook 2012 zum besten Gitarristen New Yorks kürte. Der 42jährige versucht oft an die Grenzen des Machbaren zu gehen. Die so präzisen wie frappierenden Tempovorstöße in seinen Bands wie „Seabrook Power Plant“ tönen manchmal so, als könnten sie unmöglich in Echtzeit eingespielt sein. Der stark von der Rockmusik geprägte Brandon Seabrook fasziniert nicht nur als Gitarrist, sondern ist auch ein blendender Banjo-Spieler, der seine Fertigkeiten auf dem Instrument bereits in Bands wie „Mostly Other People Do The Killing“ einsetzte. Obwohl der am New England Conservatory in Boston ausgebildete Musiker ein gesuchter Sideman ist, konzentrierte er sich in den letzten Jahren vornehmlich auf eigene Projekte wie etwa seine Bands „Needle Driver“ oder „Die Trommel Fatale“.
Freitag, 16. Februar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Faszination Stimme
Ein Doppelportrait der beiden Vokalperformerinnen Agnes Hvizdalek und Ute Wassermann
Von Nina Polaschegg
Die Stimme, das wohl älteste Musikinstrument, fasziniert Musikschaffende immer wieder aufs Neue. Stimmtechniken und damit auch Stimmfarben wurden über die Jahrhunderte entwickelt und erweitert. Und gerade in den vergangenen rund 50 Jahren haben auch Stimmperformerinnen und Stimmperformer intensiv Klangforschung an ihrem Instrument betrieben. Ute Wassermann aus Berlin und Agnes Hvizdalek, die Wien und Oslo ihre Basis nennt, sind zwei dieser akribischen Forscherinnen. Sie kennen ihre Stimmbänder, ihren Rachenraum aufs Genaueste, haben getüftelt, experimentiert und vor allem: immer wieder geübt und geübt, bis sie all ihre faszinierenden Feinheiten ihrer Stimmfärbungen hervorbringen konnten, die sie nun in freier Improvisation und konzeptuellen Stücken oder Performances virtuos einsetzen: Von Atemgeräuschen bis hin zu scheinbar elektronischen Klängen reicht ihr Repertoire.
Samstag, 17. Februar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Ein Pionier des Saxofons
Frankie Trumbauer in Aufnahmen von 1924 bis 1946
Von Hans-Jürgen Schaal
Frank Trumbauer (1901-1956), genannt „Tram“, war eine prägende Figur der Jazzgeschichte. Inspiriert vom virtuosen Ragtime- und Show-Saxofonisten Rudy Wiedoeft, konzentrierte sich Trumbauer schon mit 17 Jahren aufs C-Melody-Saxofon. Er gehörte zu den ersten Musikern, die dem Saxofon zu einer eigenen Stimme im Jazz verhalfen. Sein Solo über „Singin’ The Blues“ (1927) und andere seiner Improvisationen legten die Grundlagen für eine jazztypische Phrasierung auf diesem Instrument. Benny Carter, Lester Young, Ben Webster und viele andere frühe Saxofonisten wurden von Trumbauer beeinflusst: „Er war der König unter den Saxofonisten“, sagte der Tenorist George Johnson. In den 1920er und 1930er Jahren war Trumbauer ein wichtiger Aktivposten in den erfolgreichen Bands von Jean Goldkette und Paul Whiteman. Zusammen mit dem Trompeter Bix Beiderbecke und dem Gitarristen Eddie Lang verantwortete er außerdem die ersten Aufnahmen des Chicago-Jazz.
Dienstag, 20. Februar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Avantgarde im Hinterland (1)
Impressionen vom Jazzfestival Willisau 2017 mit dem Sam Amidon Trio und Flury and the Nuborns
Am Mikrofon: Thomas Loewner
Seit 1975 steht die kleine Stadt Willisau im Schweizer Kanton Luzern jedes Jahr im Spätsommer im Rampenlicht der Jazzwelt. Vor allem Freunde des zeitgenössischen Jazz mit Mut zum Experiment kommen hier traditionell auf ihre Kosten. Das Programm spiegelt sowohl aktuelle Entwicklungen der amerikanischen genauso wie der europäischen und insbesondere der Schweizer Szene wider. Auch der Jahrgang 2017 bot an fünf Tagen wieder eine ganze Fülle unterschiedlicher Spielarten aktueller Musik. Der amerikanische Gitarrist und Sänger Sam Amidon etwa machte sich zunächst als Folk-Musiker einen Namen. Inzwischen hat er sich aber zunehmend Einflüssen der elektronischen und improvisierten Musik geöffnet. In Willisau trat er gemeinsam mit den beiden New Yorker Jazzmusikern Shahzad Ismaily und Ben Goldberg auf. Flury And The Nuborns ist ein Projekt des Schweizer Posaunisten Michael Flury. In ihrer Musik verschmelzen Flury und sein neunköpfiges Ensemble Einflüsse des frühen Jazz mit Afrobeat, Electronic und Minimal Music.
Donnerstag, 22. Februar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Morgen in Übersee
Ein Portrait des norwegischen Kontrabassisten Eivind Opsvik
Von Harry Lachner
Lange Jahre schon lebt er in New York, stellt Musiker aus der dortigen Jazzszene für seine eigenen Projekte zusammen, oder ist Teil verschiedener Ensembles diesseits und jenseits der Demarkationslinie, hinter der das Reich der Avantgarde beginnt. Nein, Abgrenzungen, Berührungsängste oder gar Ausschließungen gehören nicht zur ästhetischen Präferenz des norwegischen Bassisten Eivind Opsvik, weshalb man ihm auch in ganz verschiedenen Kontexten begegnen kann. Mit seiner „Overseas“-Reihe, die auf mittlerweile fünf Alben angewachsen ist, verwirklicht er seine Idee, Elemente aus verschiedenen Stilkonzepten miteinander in Einklang zu bringen, ohne zum Mittel des rein konfrontativen Collage-Prinzip zu greifen. Vielmehr löst er die inneren Widersprüche verschiedener Stilkonzeptionen auf verblüffend logische und leichthändige Art und Weise auf.
Freitag, 23. Februar, 23.03 – 24,00 Uhr
NOWJazz Session: D'une Extrême à l'Autre
Das Duo Iana mit Betty Hovette und Christine Wodrascka mit Aufnahmen aus dem SWR Studio Freiburg
Am Mikrofon: Julia Neupert
Nach Janus, dem doppelköpfigen Gott aus der römischen Mythologie, haben sie ihr Duo in der feminisierten Form „Iana“ benannt – die beiden in Toulouse ansässigen Pianistinnen Christine Wodrascka und Betty Hovette. Im Oktober letzten Jahres hatten sie sich mit ihrem Programm „D'une Extrême à l'Autre“ bei den Donaueschinger Musiktagen 2017 präsentiert – als ein Klavierduo, das die dynamischen und klanglichen Gegebenheiten zweier Flügel ausreizt. Vor ihrem Konzert in Donaueschingen waren Wodrascka und Hovette im Schlossbergsaal des Freiburger SWR Studios zu Gast. Einige der dort entstandenen Aufnahmen werden in dieser Stunde zu hören sein.
Samstag, 24. Februar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Sheridan Square 2
Die Geschichte des New Yorker Jazzclubs Café Society
Von Tinka Koch
Sein Name „Café Society“ war eine Anspielung auf die hochnäsige Gesellschaft der Reichen. Im Club selbst herrschten keine Rassenschranken, linke Intellektuelle hörten den größten Jazzstars der damaligen Zeit zu. Im legendären Jazzclub Cafe Society in New York wurde mehr als einmal Jazzgeschichte geschrieben, seit er Ende der 1930er Jahre eröffnet wurde. Einige, wie die Sängerin Billie Holiday, wurden durch ihre Auftritte hier berühmt. Regelmäßig performte sie auch ihren Song „Strange Fruit“, eine Anklage gegen die Lynchjustiz und von vielen Radiostationen lange Zeit boykottiert. Auf die spannende Geschichte des Clubs, seines Besitzers und auf die schönsten dort entstandenen Aufnahmen blicken wir in dieser Sendung.
Sonntag, 25. Februar, 19.32 – 20.00 (nach dem Hörspiel)
Tengo Tango
Jazzige Tango-Interpretationen
Von Gerd Filtgen
In Buenos Aires sorgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein neuer Tanz afro-kubanischen Ursprungs für Furore. Auch in Europa begeisterte man sich für den eher im langsamen Tempo ausgeführten Tango Argentino oder den vitaleren Tango Milonga und führte ihn als Standardtanz ein. Seine synkopierte Rhythmik reizte Jazzmusiker aus diversen stilistischen Bereichen – angefangen bei dem New Orleans Pianisten Jelly Roll Morton bis hin zum Soul Jazz des Altsaxofonisten Julian „Cannonball“ Adderley – Elemente des Tangos in ihre Musik einzubringen. Eine Weiterentwicklung war der Tango Nuevo, der von dem Bandoneon-Virtuosen Astor Piazzolla in der Begegnung mit amerikanischen Jazzmusikern wie dem Baritonsaxofonisten Gerry Mulligan und dem Vibrafonisten Gary Burton äußerst erfolgreich wurde.
Dienstag, 27. Februar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Avantgarde im Hinterland (2)
Impressionen vom Jazzfestival Willisau 2017 mit dem Peter Evans Sextett und dem Duo Kris Davis / Angelica Sanchez‘
Von Harry Lachner
Sie stellte ihren Auftritt unter den Titel „Duopoly“. So lautet auch der Titel des aktuellen Albums der Pianistin Kris Davis, auf dem sie Duette mit verschiedenen Improvisatoren aufgenommen hatte. In Willisau allerdings beschränkte sie das intime Duettspiel auf die Partnerin Angelica Sanchez: zwei Flügel also, doch kein Wettstreit, sondern eine beständige, kreative Ergänzung der Ideen der jeweils Anderen. Reaktionsschnell, ideenreich und unorthodox – das sind einige der hervorstechenden Merkmale des Trompeters Peter Evans, der bei diesem Festival sein neues Sextett vorstellte, das er als „Kammerensemble des 21. Jahrhunderts“ bezeichnete. Ein Ensemble, das sich vor allem durch die enge Verzahnung von komponierten und frei improvisierten Passagen auszeichnet, das en passant auch die vielen Möglichkeiten der elektro-akustischen Klanggestaltung reflektiert. Zwei Konzerte also, die für die aktuelle Improvisationskunst repräsentativ sind.
| Mehr Infos im Netz unter www.swr2.de/jazz



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