Echoes of Swing - Message from Mars

10.10.2013 12:14 von jazz (Kommentare: 0)

 


EOSP 4506 2

„Echoes of Swing“ ist ein treffender Name für ein Quartett, das sich ganz dem Jazz der Zwanziger bis Vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts verpflichtet fühlt. Seine Musik ist gleichsam ein Echo des Swings aus jener Zeit – allerdings aufgefrischt und so mit großem Einfühlungsvermögen in die heutige Zeit gerettet. Dass den Zuhörer nicht das Gefühl überkommt, in einem musikalischen Museum zu sein, liegt unter anderem an der ungewöhnlichen Besetzung dieses Quartetts, das auf einen Bassisten verzichtet, dafür aber gleich zwei Bläser an die Front schickt: den Trompeter Colin T. Dawson und Chris Hopkins am Altsaxophon. Für den rhythmischen Part sorgen der sensibel-flexible Drummer Oliver Mewes und vor allem der vorzügliche Stride-Pianist Bernd Lhotzky mit seinen kunstfertigen beständigen Wechseln von Bass- und Akkordgriffen der linken Hand. Stimmungen des traditionellen Jazz unterstreichen die Bläser mit oftmals gestopften Instrumenten.


Für Abwechslung im Programm der gerade erschienenen neuen CD „Message from Mars“ sorgen Kontraste etwa von der Billie Holiday-Ballade „Don´t explain“ und dem nachfolgenden Up-Tempo-Stück „Butterfly-Chase“. In den Balladen erweist sich Dawson als beseelter Sänger, dem Hopkins mit ebenso sanften und singenden Linien auf dem Altsaxophon antwortet. Lhotzky, der in vielen Kompositionen, wie auch dem Titelstück, das Quartett mit der linken Hand vorantreibt, kann sich in „Odeon“ solistische voll ausspielen, zeigt aber in anderen Stücken mit wenigen eingestreuten Single-Notes, dass er mit der Ökonomie virtuos umzugehen weiß. 


Mal liebäugelt „Echoes of Swing“ mit Duke Ellington, dann wiederum bearbeitet das Quartett humorvoll und frech die „Gavotte“ von Schostakowitsch. Mit ihren originellen Bearbeitungen selten gehörter Kompositionen aus der Jazzhistorie aber auch von so unterschiedlichen Künstlern wie Fritz Kreisler oder Frederic Chopin kreieren die Vier einen pointenreichen, feinsinnigen, leichtfüßigen und ungeheuer swingenden Jazz, der auch in der dynamischen Ausgewogenheit der Instrumente besticht. „Unser Anliegen ist es, gute Musik zu spielen und Spaß dabei zu haben“ sagt Hopkins. Das kann der Freund des traditionellen Jazz beim Zuhören nachvollziehen.

 

(km)

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