Daniel Schenker - Jardim Botanico
10.10.2013 10:55 von jazz (Kommentare: 0)

Musiques Suisses MGB Jazz 2
Der botanische Garten des Schweizer Trompeters Daniel Schenker ist mit viel Kreativität angelegt und sorgfältig gepflegt. Im Neo-Bop beheimatet, pflanzt der 1963 geborene Musiker mit auserlesenem Geschmack geschmückte Klang-Beete, die zugleich dekorativ und sensibel ausgestaltet sind. Schenker ist ein Poet und Lyriker auf seinem Instrument. Seine Einfühlsamkeit geht selbst in den schnellen Stücken wie „Cascade“ und „Leaving the post“ nicht verloren – auch wenn er wie im Letzteren die Stakkati mit spitzem und kraftvollem Ansatz bläst. Typisch für ihn und sein Quartett mit dem Schlagzeuger Elmar Frey, dem Bassisten Dominique Girod und dem mitreißenden Pianisten Stefan Aeby ist jedoch eher „KL blue“, in dem er lyrisch und licht mit der gestopften Trompete an den frühen Miles Davis oder Chet Baker erinnert. Eine klassische Ballade im klassischen Quartett ist „Moon Palace“, das Schenker getragen und warm auf dem Flügelhorn eröffnet, während ihn Aeby mit einigen hingetupften Single Notes begleitet, bevor der Pianist zu einem verspielten Solo mit perlenden Melodieläufen kommt. Im Titelstücke baut das Quartett über verzwickten Rhythmen mit ostinaten Harmoniegriffen auf dem Bass weite Spannungsbögen, in die sich Drummer Frey organisch mit einem vielschichtigen Solo einfügt.
Die Musik des Schenker-Quartetts swingt elegant und raffiniert, ohne dass Emotionen darunter leiden. Der Zuhörer kann sich entspannen und genießen. Gewiss, das ist alles nicht neu, aber langweilt dank der Virtuosität und Spielfreude keinen Moment.
(km)


